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Media Composer: Export von QuickTimefilmen fuer CD-ROM oder zur Nachbearbeitung in QuickTimeprogrammen
 

Wer mit dem Media Composer Quicktimefilme für CD-ROM oder zur weiteren Bearbeitung exportieren will, hat mit einer eigenartigen Behandlung des Tons zu kämpfen: Alle Tonspuren im Media Composer erscheinen nach der Konvertierung in Quicktimefilme als einzelne Monospuren und nicht als Stereospur. Wenn man einen solchen Quicktimefilm wieder importiert, erkennt der Media Composer seine eigenen Tonspuren nicht mehr korrekt und importiert nur die erste Monospur.

Es hilft auch nichts, wenn man zuvor im Media Composer alle Tonspuren zu einem Stereopaar runterrechnet. Der Quicktimefilm hat dann nach dem Export immer noch zwei Monospuren. Eigenartigerweise wird aber eine vorhandene Stereospur eines Quicktimefilms korrekt in den Media Composer importiert.

Bisher habe ich das Problem auf folgende Weise gelöst: Zunächst wurden im Media Composer alle Tonspuren zu einem Stereopaar runtergerechnet. Danach exportierte ich die Sequenz getrennt als Quicktimevideo und als Quicktimesound. In einem Soundprogramm wie beispielsweise SoundEdit, lassen sich in eine zuvor vorbereitete Stereodatei die einzelnen Monospuren des exportierten Quicktimesounds einsetzen. Nach dem Abspeichern liegt dann eine Stereodatei des exportierten Quicktimesounds vor, die wieder mit SoundEdit oder einem anderen geeigneten Programm, mit dem exportierten Quicktimevideo zu einem Quicktimefilm mit Stereotonspur zusammengefügt werden kann. Dieser Quicktimefilm kann dann entweder für CD-ROM-Anwendungen weiterverarbeitet werden oder für andere Zwecke modifiziert und wieder in den Media Composer zurückimportiert werden, wobei dann auch der Ton korrekt behandelt wird.

Dieses Verfahren hört sich sehr umständlich an und ist in der Tat auch keine elegante Lösung. Nun gibt es aber einen Trick, der einige Arbeitsschritte unnötig werden läßt und vor allem das zeitraubende Zusammensetzen von Ton- und Videospuren erspart.

Erster Vorteil ist das Wegfallen des Runterrechnens aller vorhandenen Tonspuren im Media Composer. Qicktimefilme können fast beliebig viele Ton- und sogar Videospuren enthalten. Glücklicherweise rechnet aber der Media Composer beim Export mehrere Videospuren zu einer einzigen Spur runter. Man braucht also beim Export als Quicktimefilm nichts weiter zu beachten, als die quicktime-üblichen Einstellungen nach den eigenen Bedürfnissen vorzunehmen. Dabei ist aber grundsätzlich zu empfehlen, die Bildgröße nicht zu verändern - bei neueren Systemen also 720x576 Pixel, bei älteren 640x576, da Umrechnungen der Bildgrößen in anderen Programmen qualitativ bessere Ergebnisse bringen. Als Komprimierungscodec sollte Media Composer gewählt werden. Damit geht der Export sehr schnell und eine eventuelle Umrechnung des Codecs zum Beispiel in Cinepack oder MPEG kann dann in anderen, besser geeigneten Programmen erfolgen, die ohnehin zum Verändern des Quicktimefilms eingesetzt werden müssen.

QuickTime Export Beim Export von Quicktimefilmen sollten Bildgröße und Toneinstellungen nicht verändert werden.

Dabei ist aber grundsätzlich zu empfehlen, die Bildgröße nicht zu verändern - bei neueren Systemen also 720x576 Pixel, bei älteren 640x576, da Umrechnungen der Bildgrößen in anderen Programmen qualitativ bessere Ergebnisse bringen. Als Komprimierungscodec sollte Media Composer gewählt werden. Damit geht der Export sehr schnell und eine eventuelle Umrechnung des Codecs zum Beispiel in Cinepack oder MPEG kann dann in anderen, besser geeigneten Programmen erfolgen, die ohnehin zum Verändern des Quicktimefilms eingesetzt werden müssen.

QuickTime Komprimierung Kompressor auf Media Composer einstellen. Die Qualität ergibt sich automatisch nach dem digitalisierten Quellmaterial, hier AVR 12.

Der nächste Schritt ist nun der eigentliche Clou: Der eben exportierte Quicktimefilm wird nun mit dem Apple-Movie-Player aufgerufen. Im Menü Film/Information lassen sich die Eigenschaften aller Quicktimespuren ansehen und teilweise sogar einstellen. Interessant ist nun die Kombination Tonspur/Lautstärke. Die Lautstärke ist als grüner Balken dargestellt und zeigt den Wert 99 oder 100. Daran sollte man auch nichts ändern. Darunter ist ein gleich großes Feld mit „Links Mitte Rechts“ beschriftet. Gewöhnlich steht der grüne senkrechte Strich in der Mitte und bedeutet, daß dieser Kanal genau in der Mitte der Stereobasis wiedergegeben wird. Bei allen anderen Tonkanälen verhält sich dies genauso. Bewegt man diese Markierung nun mit gedrückter Maustaste nach links oder rechts, wird bei der Wiedergabe dieser Tonkanal entsprechend aus der Mitte verschoben.

Movie Player Info Im Movie-Player-Menü „Film/Information“ lassen sich die Einstellungen von Lautstärke und Balance verändern. Auf diese Weise kann man die einzelnen Monospuren den rechten und linken Stereokanälen zuordnen. Im oberen Bild ist die Grundeinstellung zu sehen; der Monokanal wird in der Stereomitte wiedergegeben. Darunter ist die Balance ganz nach rechts verschoben; die Monospur wird nur im rechten Stereokanal wiedergegeben.
Movie Player Info

Nun sollte es so sein, daß alle ungeradzahligen Tonkanäle voll nach links und alle geradzahligen voll nach rechts zu verschieben sind. Dies entspräche der Tonwiedergabe beim Media Composer. Dummerweise sind die Kanäle nach dem Export aber vertauscht: Der Kanal 1 im Media Composer ist anschließend der Kanal 2 im Quicktimefilm und umgekehrt. Also: geradzahlige Kanäle nach links, ungeradzahlige nach rechts.

Nun wird der so veränderte Quicktimefilm gespeichert. Dabei sichert Quicktime nur die vorgenommenen Änderungen, Ton- und Videodaten bleiben unangetastet. Daher ist der Speichervorgang schnell abgeschlossen und die veränderten Einstellungen der Balance sind nach erneutem Aufrufen immer noch sichtbar und können auch wieder geändert werden.

Es ist leider unumgänglich, daß die geänderten Einstellungen noch in die Quicktimedaten reingerechnet werden, bevor man an eine weitere Verarbeitung zum Beispiel in Adobe Premiere denkt. Allerdings ist dies in der Regel ohnehin notwendig, weil man beispielsweise die Bildgröße und die Komprimierung verändern will. Für die Weiterverarbeitung als MPEG-Video sind Bildgrößen von 352x288 oder als CD-ROM-Video von 384x288 Pixel oder kleiner sinnvoll. Im Falle von MPEG beläßt man den Kompressions-Codec bis zur MPEG-Kodierung beim Media Composer, ansonsten kann man ihn in dieser Bearbeitungsstufe auch schon den Zielvorgaben entsprechend ändern. Vielleicht will man auch noch die Bildrate reduzieren. All diese Schritte können gleichzeitig in einem einzigen Programm durchgeführt werden, beispielsweise im Movie Cleaner lite oder der Vollversion Media Cleaner Pro von Terran Interactive. Wichtig ist natürlich, daß man diesem Programm nun auch sagt, in welcher Weise es bei dieser Gelegenheit die Tonspuren bearbeiten soll. Neben der Einstellung „Stereo“ gibt es noch diverse Möglichkeiten der Komprimierung oder der Reduzierung der Bittiefe oder Samplingfrequenz.

Movie Cleaner Lite
Das Zusammenrechnen der Monokanäle zu einem Stereosignal übernimmt hier Movie Cleaner Lite . Dabei kann der Videoteil ebenfalls verändert werden, hier beispielsweise zur Vorbereitung einer MPEG-Codierung für eine CD-ROM.

Erst jetzt verfügt das ursprünglich vom Media Composer exportierte Quicktimevideo über einen echten Stereoton. Dabei wurden nun alle Tonkanäle entsprechend ihrer Einstellung dem linken oder rechten Kanal zugeordnet. Selbstredend, daß dieser Arbeitsschritt nun nicht mehr reversibel ist, weshalb man bis zum Abschluß der Arbeiten die ursprünglich exportierte Version noch nicht löschen sollte.

Wie schon erwähnt, läßt sich das bearbeitete Video nun auch wieder zum Media Composer zurückimportieren. Das macht allerdings nur Sinn, wenn Bildauflösung und -rate - es sei denn für besondere Effekte - nicht verändert wurden. In allen Fällen ist aber zu empfehlen, Bild und Ton von vorneherein getrennt zu exportieren und zu bearbeiten, wenn das Ergebnis wieder zurück zum Media Composer soll. So läßt sich ein für den jeweiligen Zweck optimiertes Programm einsetzten und das Zusammenführen von Bild und Ton ist im Vergleich zu Quicktimeprogrammen beim Media Composer ein Kinderspiel.

 

Für weitere Fragen zu diesem Thema stehe ich gerne zur Verfügung: peter.nagy@t-online.de

uebersicht

Media Composer 7.0.x Speicheranforderungen
Mit der Softwareversion Media Composer 7.0.x wird sich die Anforderung an den Arbeitsspeicher (RAM) für die Applikation wie folgt ändern:
Minimale Größe: 148 MB
Deshalb werden seit Anfang des Jahres neue Systeme mit 192 MB RAM ausgeliefert.
Damit Sie die vielen neuen Features und Verbesserungen auch in vollem Umfang nutzen können und um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten, empfehlen wir die Systeme vor der Installation der Version 7.0.x mit dem notwendigen Arbeitsspeicher auszustatten

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