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CVT DV 422
Electronic Design DV-Converter
Konsumer-Geräte wurden bisher in den Editing-Suites oft nur müde belächelt. Zu umständlich war deren Bedienung und die Bildqualität ließ auch oft zu wünschen übrig. Das Fehlen professioneller Features (RS-422, Komponentenausgänge) tat ein übriges dazu, daß diese Geräteklasse einen "falls mal was reinkommt"-Status fristen mußte. Spätestens seit der Markteinführung des DV-Formates hat sich in diesem Bereich einiges bewegt. Nicht zuletzt das "inoffizielle" Interesse von Sendeanstalten im In- und Ausland zeigt, daß sich zunehmend ein Zwischenbereich im Markt herauskristallisiert, den man neudeutsch auch als "Prosumer"-Segment bezeichnet. Der Einbindung dieser DV-Technologie in Ihre bestehende Avid-Umgebung soll dieser Artikel Rechnung tragen.
CVT DV 422
Hinter dieser Bezeichnung verbirgt sich ein RS-422 auf LANC Umsetzer, der Konsumer-DV-Kameras (z. B. Sony VX-1000) oder DV-Videorekorder (z. B. Sony DHR-1000 VCR) mit LANC-Anschluß vom Avid-System aus steuerbar macht.
Sämtliche Steuerungsfunktionen einschließlich Timecode-Daten lassen sich so bequem von Ihrem Avid-System aus verwenden. Was sich auf den ersten Blick gar nicht mal so weltbewegend anhört, kann bei genauerem Hinsehen schon als kleine Revolution betrachtet werden - oder kennen Sie ein Aufzeichnungssystem mit digitaler Bildqualität, das steuerbar ist, analoge Komponentenausgänge (dazu später mehr) besitzt und komplett deutlich unter 10 TDM kostet?
Ob Loggen von Material, timecodegezieltes Anfahren einer Bandstelle oder gar Batch Digitizing - all dies ist jetzt mit DV möglich! Die bisher gängige Methode Konsumer-DV-Kassetten auf Beta SP zu überspielen um Logging, Batchen und Archivierung zu ermöglichen ist mit dem CVT DV 422 somit hinfällig geworden. Große Mengen an DV-Material können ab sofort in Offline-Qualität für den Rohschnitt digitalisiert werden und sobald die grobe Auswahl des zu verwendenden Materials in einer Sequenz zusammengestellt ist, anhand der Batch Digitize Funktion, in Online-Qualität nachdigitalisiert werden. Die original DV-Kassette repräsentiert zusammen mit den Projektdaten (auf Diskette o. ä.) auch eine überaus günstige Archivierungsmöglichkeit. Ein Tip noch zur Vorbereitung der DV-Kassetten, der aber auch generell für andere Bandformate gilt: Das Band sollte immer vorkodiert werden (z. B. Objektivdeckel auf der Kamera belassen und durchgehend schwarz aufzeichnen) um Timecodesprünge auf dem DV-Band zu vermeiden.
Das DV 422AV Modell der Firma CVT Laaser bietet über die reinen Steuer- und Timecodefunktionen hinaus noch das Erzeugen einer Video-Referenz (gewonnen aus dem FBAS-Signal der Quelle) mit Verteilverstärker und - von außen im Pegel justierbare - unsymmetrisch (2 x Cinch) auf symmetrisch (2 x XLR) wandelnde Audiostufen. Über eine andere Frontblende (gegen Aufpreis erhältlich) läßt sich das AV-Modell auch in 19-Racks einbauen (sehr schön!).
Preislich liegt der DV 422 Konverter zwischen netto ca. DM 1150,- und ca. DM 1400,- (DV 422AV). Genaue Preise bitte bei CVT anfordern. Unterstützt werden derzeit alle MediaComposer, NewsCutter (inkl. Edit-To-Timeline!) und MCX-Macintosh.
Eine Unterstützung von MCX-NT wird gerade bei CVT entwickelt. Kontakt:
CVT Computer Video Technik Laaser (Tel.: 02058/70607, Fax: 02058/74677)
Electronic Design DV-Converter
Die Münchner Firma Electronic Design hat einen Konverter entwickelt, der die digitalen DV-Daten über eine IEEE 1394 (auch bekannt als Fire-Wire) Schnittstelle in analoge Komponenten und gleichzeitig in RGBS wandelt. Aus dem digitalen Datenstrom wird außer Video auch noch das Audiosignal gewonnen, das an zwei Cinch-Buchsen an der Geräterückseite abgegriffen werden kann.
Der DV-Converter verfügt über einen externen Takteingang (Black Burst). Der Komponentenausgang (YUV) und der Referenzeingang sind als BNC-Anschlüsse ebenfalls auf der Rückseite des Gerätes angebracht. Über einen 25-poligen SUB-D Stecker (männl.) sind die RGBS-Signale, Audio und diverse Schaltspannungen zugänglich. Will man RGBS verwenden (z. B. für betagte NuVista Systeme) kann man von Electronic Design einen Adapter beziehen, oder den Haustechniker mit dem Bau eines Adapters beauftragen, denn die Pinbelegung wurde sinnvollerweise in der Bedienungsanleitung abgedruckt (vorbildlich!).
Einen weiteren Vorteil bietet die RGB-Fähigkeit des DV-Converters: Standard-Fernseher mit SCART-Anschluß (RGB sollte natürlich beschaltet sein) können so als Sichtmonitore verwendet werden, da der Composite Decoder umgangen wird. In diesem Modus lassen sich Sättigung und Schärfe des Bildes, über - an der Vorderseite angebrachte - Taster einstellen. Die Tests an unseren Systemen ergaben eine ausgezeichnete Qualität des Signals.
Der potentielle Einsatzbereich des DV-Converters überstreicht demnach jede Anwendung, bei der es auf hohe Bildqualität ankommt und bei der man sich die systembedingten Farbverwaschungen (PAL-Encoder) des Composite Signals nicht leisten kann. Wünschenswert wäre natürlich auch vice versa, d. h. der Weg zurück in die DV-Welt (über IEEE 1394).
Der Preis des DV-Converters beträgt im VK ca. DM 2800,-
und ist bei Electronic Design (Tel.: 089/3545303, Fax: 089/3545674) zu beziehen.
Die grundsätzliche Frage, für wen eines oder gar beide Geräte in Frage kommen, sollte sich jetzt jeder selber beantworten können. Jemand, der häufig DV Material für Produktionen zugeliefert bekommt, sollte das dynamische Duo auf jeden Fall genauer betrachten.
Ob im aktuellen Schnitt, im Corporate oder selbst im Post Pro Bereich können die kleinen Helfer ein Schritt hin zu dem geschätzten Bedienkomfort (Schlagwort: Batch Digitizing) und zweifellos guter Bildqualität (durch YUV-Komponenten) der Großen sein.
Harald Schoger
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