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MPEG Codierung mit MPEG Power Professional

Auch 10 Jahre nach der Markteinführung des ersten Avid Media Composer - damals noch Avid/1 genannt - ist Motion-JPEG (M-JPEG) die im digitalen nonlinearen Schnitt am häufigsten verwendete Bildkodierung. Die Gründe hierfür sind recht einfach. M-JPEG erlaubt ohne großen Rechenaufwand einen schnellen und direkten Zugriff auf jedes beliebige Bild einer Sequenz - eine der wichtigsten Voraussetzungen beim nonlinearen Videoschnitt. Daraus resultiert eine einfachere und somit preiswertere Hardware für Videoschnittsysteme.


Einführung

Anders sieht dies jedoch für die Distribution digitaler Videobilder aus. Hierbei kommen die Bilder jeweils linear in einer bereits zuvor beim Schnitt festgelegten Reihenfolge. Darüber hinaus ist es bei der Distribution von entscheidender Bedeutung, daß, um Kosten zu sparen, die Bild- und Tondaten so platz- und zeitsparend wie möglich übertragen werden. Genau für diesen Zweck wurde die MPEG-Kodierung entwickelt. Der Trick bei MPEG: es wird nicht jedes einzelne Bild gespeichert, sondern meistens nur die Änderungen von einem Bild zum nächsten. Die Anwendungsgebiete von MPEG sind vielseitig: CD-ROM-Produktionen, Multimedia-Programme, Internet-Präsentationen, aber auch digitales Fernsehen (DVB).

Da die Bild- und Tonsequenzen im Media Composer bereits digital gespeichert sind, liegt es natürlich nahe, diese Daten für o. g. Zwecke einfach von M-JPEG in das MPEG-Format zu konvertieren. Leider ist so eine Konvertierung eben doch nicht ganz so einfach, weshalb entsprechende MPEG-Hardware-Coder auch relativ teuer sind, zumal, wenn die MPEG-Kodierung in Echtzeit durchgeführt werden soll. Als Alternative bieten sich, gerade für Firmen, die nur gelegentlich MPEG-Filme kodieren müssen, reine Software-Lösungen an. Ein solcher MPEG-Software-Coder stellt das Programm "MPEG Power Professional" der Firma Heuris dar. Es ist zwar nicht das einzige Programm für MPEG-Kodierungen, aber die folgenden Funktionen machen MPEG Power Professional gerade für Avid-Anwender besonders interessant:

  • Programmversionen für Apple Macintosh und Windows verfügbar
  • einziger Software MPEG-Encoder mit direkter Konvertierung von OMFI-, QuickTime- oder AVI-Dateien
  • geeignet für NTSC (29.97 B/s), PAL (25 B/s) und Film (24 B/s)
  • sehr einfache Handhabung und dennoch nahezu sämtliche Parameter manuell änderbar
  • MPEG-1 und MPEG-2 incl. Dolby AC-3 (optional) sowie DVD (optional) als Ausgabeformat
  • einziger Software-MPEG-Encoder mit variabler Bitrate (VBR) - wichtig für DVD-Produktionen
  • sehr gute Bildqualität bei gleichzeitig geringer Datenrate
  • bis zu 16 Video- bzw. 32 Audiospuren in einer MPEG-Datei


Die aufgeführte Liste ließe sich noch um etliche Punkte erweitern. Auf zwei der Punkte soll nachfolgend jedoch genauer eingegangen werden: die ebenso einfache, wie umfangreiche Parametereinstellung, sowie die Verwendung von OMFI als Ausgangsformat.

Zunächst zur Einstellung der Parameter. Ähnlich wie beim Media Composer wird als erstes ein Projekt angelegt. In diesem Projekt werden dann in sogenannten Tasks alle OMFI-, QuickTime- bzw. AVI-Dateien notiert, die anschließend in einem Arbeitsschritt in das MPEG-Format konvertiert werden sollen. Für jeden Task kann man unterschiedliche Parameter einstellen. Ist man anfangs noch etwas unerfahren mit MPEG, wählt man aus einer Liste einfach den jeweiligen Verwendungszweck.

Zur Auswahl stehen:

  • 1x CD-ROM
  • 2x CD-ROM
  • CDi
  • Internet
  • MPEG-2 (fields)
  • MPEG-2 (HHR)
  • Video-CD
  • DVD
  Möchte man das Ergebnis noch weiter optimieren, kann man diese Vorgaben in ihren Parameter verändern. Hierzu zählen die Bildgröße (einschließlich Cropping), die Anzahl der Bilder pro Sekunde (23.97, 24, 25, 29.97 oder 30 B/s), die Bilddatenrate (0-10 MBit/s), die Anzahl und Reihenfolge der I-, B- und P-Bilder (Group-Of-Pictures), diverse Videofilter, das Audio-Format, sowie die Audio-Datenrate. (32-384 KBit/s).


Encode Definitions


Dank ausgeklügelter Bildanalyse-Algorithmen erkennt die Software, an welchen Stellen jeweils zusätzlich sogenannte I-Bilder (von benachbarten Bildern unabhängig kodierte Bilder) eingefügt werden müssen, um eine optimale Bildqualität zu erreichen.



OMFI

Hier kommen wir nun zum zweiten für Avid-Anwender wesentlichen Punkt: die Verwendung von OMFI als Ausgangsformat. Exportiert man nämlich die fertige Schnittsequenz als OMFI-Datei (am besten nachdem man sie zuvor konsolidiert hat), so werden in der OMFI-Datei neben den Bild- und Tondaten sämtliche in der Sequenz enthaltenen Schnittstellen notiert. Da sich vor allem an den Schnittstellen der Bildinhalt vor und nach dem Schnitt besonders stark ändert, wertet MPEG Power Professional diese in der OMFI-Datei enthaltenen Schnittinformationen aus und setzt an diesen Stellen zusätzliche I-Bilder ein, was im Gegensatz dazu bei der Umwandlung einer QuickTime- oder AVI-Datei so nicht möglich ist. Hier muß das Programm aufgrund von starken Änderungen aufeinanderfolgender Bilder jeweils selbst entscheiden, ob ein Schnitt vorgelegen hat und daher ein I-Bild eingefügt werden sollte.


Encoder Settings 2


Möchte man dennoch einen QuickTime-Film als Ausgangsdatei verwenden, empfiehlt es sich, beim QuickTime-Export als Codec "Media Composer" anzuwählen und die AVR beizubehalten, wodurch der Export sehr schnell und ohne Qualitätsverlust durchgeführt wird.

Encoder Progress

Nicht zuletzt das leicht verständliche (englischsprachige) Handbuch mit vielen allgemeinen Hintergrundinformationen zur MPEG-Kodierung macht es interessant, sich dieses Programm einmal näher anzusehen. Eine Demo-Version, sowie weitere Informationen zu MPEG Power Professional erhalten Sie im Internet unter http://www.heuris.com oder direkt vom deutschen Distributor, der Firma dcp unter http://www.dcp.de . Die Firma dcp bzw. deren Händler sind ebenfalls Ansprechpartner für eventuell auftretende Supportfragen in Zusammenhang mit MPEG Power Professional.

Wolfram Hedewig

Kontakt:
design + commercial partner GmbH (dcp)
Alfredstraße 1, D - 22087 Hamburg
Telefon: 0049 (0)40 / 254085 - 0, Fax: 0049 (0)40 / 254085 - 99
E-Mail: info@dcp.de, URL: http://www.dcp.de



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